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Einzelausstellung von Mechthild Lobisch
Kunsthandel: Sitzender Putto, 17. Jahrhundert
In unserer Galerie ist weiterhin die Einzelausstellung der Buchkünstlerin Mechthild Lobisch (1940–2025) zu sehen. Als prägende Stimme der zeitgenössischen Buch- und Einbandkunst leitete sie von 1995 bis 2006 an der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle (Saale) die Studienrichtung Konzeptkunst Buch und gründete 1997 das Otto-Dorfner-Institut.
In Lobischs Werk ist Papier weit mehr als ein Trägermedium: Es entfaltet sich als Denkraum. Linien, Raster und Verschiebungen schaffen Ordnungen, die zugleich präzise und offen bleiben. Vieles erschließt sich erst bei genauer Betrachtung. Wir laden Sie deshalb herzlich ein, die Ausstellung vor Ort zu erleben.
Mechthild Lobisch Wiesenfest I, 1974 Radierung 28,2 x 24,2 cm (Passepartout 50 x 60 cm) Signiert B. 21.1
Dieser sitzendePutto aus weißem Marmor flämischer Herkunft war ursprünglich für den Außenraum konzipiert. In seiner ruhigen, doch lebendigen Haltung vermittelt er zwischen Architektur und Natur und entfaltet seine Wirkung besonders im wechselnden Licht.
Charakteristisch ist das feine Zusammenspiel von Form und Material: Die Figur scheint förmlich aus dem Stein hervorzutreten, wodurch eine unmittelbare, sinnliche Präsenz entsteht. Der Putto – im barocken Verständnis ein Symbol für Unschuld und Lebensfreude – gewinnt so eine besondere Ausdruckskraft. Die Arbeit erinnert in ihrer Wirkung an die Non-Finito-Tradition, bei der die Form nicht vollständig vom Material gelöst wird, sondern in einem spannungsvollen Dialog mit ihm verbleibt.
Barocke Werkstatt (Flandern) Sitzender Putto, 17. Jahrhundert Weißer Marmor 50 x 37 x 28 cm