seit dem vergangenen Freitag ist die Einzelausstellung von Mechthild Lobisch bei uns zu sehen. Wir freuen uns sehr über die positive Resonanz und die vielen anregenden Gespräche bei der Eröffnung. Inzwischen haben wir auch unsere Website aktualisiert. Dort finden Sie nun eine Auswahl der ausgestellten Arbeiten sowie weiterführende Informationen zur Künstlerin und ihrem Schaffen.
Mechthild Lobisch Gelblich, 1983 Aquarell auf Papier 21,5 x 20 cm (Passepartout 70 x 50 cm) C 3.8.
Zur Vernissage hielt die Kunsthistorikerin Anna-Lena Goltz eine kurze Einführung zu den Arbeiten von Mechthild Lobisch:
Mechthild Lobisch gehörte zu den bedeutendsten Persönlichkeiten der zeitgenössischen Buch- und Einbandkunst. Geboren 1940 in Schlesien, führte ihr Weg unter anderem über Paris, Essen, Brüssel und München schließlich 1995 nach Halle an die Burg Giebichenstein. Dort leitete sie viele Jahre lang die Studienrichtung „Konzeptkunst Buch“ und prägte so eine ganze Generation von Studierenden.
Mechthild Lobisch verstand Bücher als künstlerische Räume und Einbände als deren Nobilitierung. Ihre Arbeiten zeichnen sich durch eine klare Formensprache aus – strenge Ordnung und spielerische Irritation liegen dabei dicht beieinander. Symmetrien und Asymmetrien, Überlagerungen und kleine Verschiebungen schaffen eine visuelle Spannung, die den Blick lange festhält. Dabei blieb ihr Ausgangspunkt immer das Handwerk, denn gerade im präzisen Arbeiten entstand jene Freiheit, die ihre Œuvre so besonders macht. Wer sich Mechthild Lobischs Werke ansieht, merkt schnell: Papier ist hier mehr als nur ein Träger. Es wird zum Ort des Denkens – Linien, Raster und Verschiebungen bilden Ordnungen, die zugleich präzise und offen wirken. Vieles entzieht sich dem schnellen Blick und entfaltet sich erst im genaueren Hinsehen.
Diese Ausstellung lädt uns ein, genau das zu entdecken. Die Vielfalt eines Werkes, das zwischen Kunst und Handwerk, zwischen Sprache und Bild, zwischen Ordnung und Experiment seinen ganz eigenen Weg gefunden hat.
Mechthild Lobisch o.T., ca. 1980er-Jahre Aquarellstift auf handgeschöpften Papier 50 x 70 cm Signiert A 9.5.